Willkommen auf der Website der Gemeinde Gemeinde Hettlingen



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
Gemeinde Hettlingen
Gemeinde Hettlingen
vorhergehendes Ereignis

Schulwesen

 

Schulwesen vor 1831 und der Aufbruch darnach

Im Februar 1799 führte die Helvetische Regierung eine Schulumfrage durch. Sie vermittelt einen knappen und guten Eindruck auch unserer Schule. Gerade waren es damals 10 oder 11 Monate her, seit dem revolutionär gesinnten Lehrer Konrad Fritschi durch konservative Kräfte des Dorfes gestürzt und durch den genehmeren 30jährigen Felix Frauenfelder, von Beruf Landwirt und Schuldiener, ersetzt worden war. Frauenfelder beantwortete den Fragebogen wie folgt: «Unterricht»: Es werde täglich «gebuchstabiert, gelesen, geschrieben und gerechnet». Im Winter halte man während 17, im Sommer während 27 Wochen Schule. Als Schulbücher dienten «das Fragstückli, Katechismus, Psalter Davids, Psalmenbuch, das Neue Testament. Schule hielt er im eigenen Haus, wo im Winter 41 Knaben und 34 Mädchen, im Sommer 25 Knaben und 31 Mädchen erschienen. Die Kinder waren wohl klassenweise eingeteilt, wurden aber alle im gleichen Raum unterrichtet.
An Einkünften standen Frauenfelder jährlich zur Verfügung 10 Pfund Geld und 21/2 Mütt Kernen aus dem Prokureiamt Winterthur, ein Lohnbestandteil, den die Stadt kurz darauf wegen der Neuordnung der Dinge streichen sollte, sodann 2 Mütt Kernen aus dem staatlichen Amt Töss und 21/2 Mütt Kernen von der Gemeinde. Pro Kind hatten die Eltern zudem ein Schulgeld zu bezahlen: 11/2 Schilling im Winter, 1 Schilling im Sommer, eine Pflicht, die bei den Ärmeren schwer wog und den Schulbesuch nicht förderte. Mit solche Bezügen, rund 400kg Getreide und keine 100 Gulden in bar, die auch das Entgelt für die Benützung der Privatstube miteinschlossen, konnte eine Familie nicht leben und der Schulmeister war in der Regel auf weiteren Verdienst angewiesen. Mit dem auf der liberalen Verfassung von 1831 fussenden Erziehungsgesetz des Jahres 1832 wurde das Schulwesen unseres Kantons auf eine erste moderne Grundlage gestellt. Der Staat gab das notwendige Geld, damit die Ideen eines Pestalozzi in segensreiche Wirklichkeit umgesetzt werden konnten. Auf höherer Stufe wurden Mittelschulen, das Lehrerseminar und die Universität eingerichtet.

zur Übersicht

  • Druck Version
  • PDF